Die Zukunft der Gesundheitsfachberufe

Die demografische Entwicklung, veränderte Versorgungsbedarfe und -strukturen, die zunehmende Notwendigkeit der interprofessionellen Zusammenarbeit, die Digitalisierung sowie technische und wissenschaftliche Entwicklungen stellen schon jetzt veränderte Anforderungen an unsere zukünftigen Fachkräfte im Gesundheitswesen. Mit der Folge, dass die Ausbildungsberufe hinsichtlich zukunftsorientierter und bedarfsorientierter Anforderungen neu geordnet werden müssen.

Mit dem Eckpunktepapier der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe“ wurde diese Neuordnung und Stärkung der Gesundheitsfachberufe festgeschrieben, und zugleich die Grundlage für grundlegende Reformen in den entsprechenden Ausbildungsberufen geschaffen. Mit der Novellierung des Hebammengesetzes ist der Beruf der Hebamme/Entbindungspfleger der erste Ausbildungsberuf unter dem Dach der Akademie der Gesundheit, der per Gesetz mit Ende der Übergangsfrist im Jahr 2023 erstmalig nur noch als Studiengang angeboten werden wird. Die Pflegeausbildung erfuhr mit der Umstellung auf die Generalistische Pflegeausbildung bereits eine Teilakademisierung.

Den Weg der akademischen Ausrichtung unterstützt der Verein Akademie der Gesundheit Berlin/Brandenburg e.V. (AdG) und bereitet sich schon jetzt auf die sich verändernde Bildungslandschaft vor. „Wir sind stolz darauf, bereits mit dem Mitgliederbeschluss vom Juni 2020 einen zukunftsweisenden Schritt in die neueste Entwicklung, die Akademisierung der Gesundheitsfachberufe, gegangen zu sein“, so Jens Reinwardt, Geschäftsführer der AdG und zielt damit auf die Gründung der Hochschule für Gesundheitsfachberufe Eberswalde (HGE) unter der Trägerschaft der Akademie der Gesundheit an ihrem Standort in Eberswalde.

Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe, die Akademisierung der Gesundheitsfachberufe weiter voranzutreiben und entsprechende Angebote und Konzepte zu entwickeln. Darüber hinaus werden Forschungsprojekte initiiert und durchgeführt sowie deren Ergebnisse publiziert.

Projekt: Studie zur Digitalisierung in der Pflege (DIPF)

Das Projekt Studie zur Digitalisierung in der Pflege (DIPF) untersucht die Kompetenzentwicklung Pflegender hinsichtlich der Nutzung digitaler Technologien im Kontext der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung.

Ziele und Vorgehen

Im Rahmen des Projektes, das vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) gefördert und gemeinsam mit der Forschungsgruppe Geriatrie – AG Pflegeforschung der Charité-Universitätsmedizin Berlin durchgeführt wird, soll untersucht werden, ob die private Nutzung digitaler Technologien sowie “Gaming” zu einer Erhöhung der Technikakzeptanz und IT-literacy führt. Im Rahmen einer Querschnitterhebung werden Pflegende und Angehörige weiterer Gesundheitsfachberufe zur eigenen digitalen Kompetenz befragt. Die Erhebung soll mittels Online-Befragung stattfinden. Die Entwicklung des Fragebogens erfolgt auf Grundlage validierter Erhebungsinstrumente.

Ausblick

Die Ergebnisse sollen Handlungsempfehlungen in Bezug auf mögliche Qualifikations- und Schulungsbedarfe und darüber hinaus den Nutzen und Usability innovativer Technologien in der Gesundheitsversorgung aufzeigen.

Projektinformationen

Projektdauer: 12/2022 – 01/2024
Projektleitung: Geschäftsführung/Geschäftsbereich Hochschulische Aus- und Weiterbildung

Die Hochschule für Gesundheitsfachberufe Eberswalde (HGE) steht für die Sicherstellung einer akademischen Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen sowie einer sektorenübergreifenden Vernetzung und Versorgung. Durch die Gründung der HGE wird das akademische Angebot für Gesundheitsfachberufe auf die nordöstliche Region Brandenburgs ausgedehnt. Die HGE eröffnet attraktive, wohnortnahe und gleichermaßen praxisnahe Rahmenbedingungen für Studium, Weiterbildung und Anerkennung im Berufsfeld Gesundheit und trägt damit aktiv und nachhaltig zur Gewinnung von Fachpersonal und somit zur Sicherung der Gesundheitsversorgung bei.